Eine neue Generation von Mensch-Maschine-Interaktionen entsteht

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Das menschliche Bewusstsein verschmilzt mehr und mehr mit den Fähigkeiten von Maschinen. Ben Gyori und Peter Sorger, Wissenschaftler der Harvard Medical School, probieren einen neuen Ansatz der Computer-Mensch-Interaktion aus, der die Möglichkeit bietet, Krebsbehandlungen zu erklären. Sollten die zwei Wissenschaftler erfolgreich sein, würde das die Art und Weise, wie Krebspatienten in Zukunft behandelt werden, verändern.

Die Krebszelle

ErbB-Signalwege, bei denen Dysregulation auftritt, sind Ursache einer Vielzahl von Krebsarten. ErbB ist eine Gruppe von Proteinen, die vier Rezeptoren enthält, die dem epidermalen Wachstumsfaktor strukturell ähnlich sind. Peter Sorger erforscht diese Signalwege seit Jahren und hat dabei verschiedene Ansätze ausprobiert. Sein Ziel ist, den biologischen Prozess, der ErbB-Signalwege in Krebszellen kontrolliert, zu verstehen, um Vorhersagen über wahrscheinliche Ursachen treffen zu können. Diese Herausforderung bildet den Kern der Zusammenarbeit zwischen Mensch und Computer: zu verstehen, was innerhalb einer Krebszelle (oder irgendeiner Zelle) vorgeht.

Durch ihre Studien haben Sorger und Gyori herausgefunden, dass die Effektivität des Krebsmedikamentes Melanoma mit der Zeit nachlässt. Diese Wirkungslosigkeit hat mit der verstärkten Aktivität zweier Gene zu tun. Eine der großen Fragen lautet, was genau die Gene dahingehend beeinflusst, die Zellen, die zusätzliche Krebsmedikamente ansteuern sollen, auszuwählen. Diese Frage motivierte die Wissenschaftler dazu, ihr Bewusstsein beziehungsweise Wissen mit einem Computer interagieren zu lassen.

Mensch und Maschine denken gemeinsam

Sorger und Gyori können, basierend auf Daten und Intuition, eine neue Idee über die Interaktion zwischen Proteinen in den Computer eingeben. Der Computer übernimmt das Denken des Teams und findet hunderte neuer Gleichungen, um bisherige Modelle über die Aktivitäten innerhalb der mit Medikamenten behandelten Zellen zu verbessern. Zwar kann der Computer nicht alle relevanten Beobachtungen über Krebszellen vorhersagen, aber er bietet den Wissenschaftlern neue Ideen, mit denen sie arbeiten können. Der Prozess startet dann von neuem, und das Team nimmt sich zwei andere Proteine vor, um anschließend die Information wieder in den Computer einzugeben. Dieses Verfahren setzt sich fort, bis der Computer eine exakte Vorhersage herausgibt, wie zumindest einige Fälle von Melanoma-Rekurrenz verhindert werden können.

Gemeinsame Erkenntnisse von Menschen und Maschinen

Wenn die Einsichten des Teams mit denen des Computers kombiniert werden, entsteht ein Modell, das es möglich macht, die jeweiligen Schritte von Ursache und Wirkung zu entwirren. Das Team kann somit von den Daten direkt zum Verständnis springen. Aber die Technologie, mit der Menschen und Maschinen verschmelzen, endet nicht mit diesem Verständnis. Auch in anderen Bereichen gibt es wichtige Durchbrüche, bei denen Computer unsere bewussten Gedanken benutzen, um unsere Lebensqualität zu verbessern.

Geteiltes Verstehen zwischen Mensch und Maschine

Das geteilte Verstehen zwischen Sorger und seinem Computer ist genauso erstaunlich wie die nahtlose Interaktion einer Software beziehungsweise Wetware mit einem anderen Wissenschaftler, Greg Clark von der University of Utah. Dieser war in der Lage, eine künstlich erzeugte Sinneswahrnehmung zu erzeugen, indem eine Person durch einen Chip in ihrem Arm „virtuell berührt“ wurde. Ein Mann, der vor Jahren seinen Arm bei einem beinahe tödlichen Unfall verloren hatte, bekam einen Chip in den Teil seines Arms, der sich noch an seinem Körper befindet, implantiert. Dieser Chip kommuniziert mit dem Computer, sodass sich ein Bild auf dem Computermonitor bewegt, wenn der Mann gebeten wird, den nicht mehr vorhandenen Arm zu bewegen. Das Bild einer menschlichen Hand erscheint und bewegt sich synchron dazu, wie der Mann den Arm bewegt. Auf Clarks Nachfrage ist der Mann in der Lage, eine Tür, die ebenfalls auf dem Bildschirm zu sehen ist, zu berühren. Zu seinem eigenen Erstaunen, kann der Mann dank der neuen Software die hölzerne Oberfläche tatsächlich fühlen. Dank neuer Software, die ein ganzes Sortiment elektronischer Verbindungen zwischen einem zweiten Chip und den Nervenbahnen zwischen Arm und Gehirn nutzt, kann der Mann Berührungen spüren wie seit vielen Jahren nicht mehr.

Eine neue Generation von Fähigkeiten entsteht

Technologische Erfindungen entstehen, die nur als seltsam, aber aufregend bezeichnet werden können. Die unglaublichen Fähigkeiten digitaler Systeme, die in der Lage sind, menschliche Einsichten und Intuitionen zu spüren, wird uns in ein vollkommen neues Territorium führen. Einige Skeptiker bezweifeln jedoch, dass die Menschheit für dieses Territorium schon bereit ist. Sie fürchten, dass wir uns eines Tages als Sklaven von Roboterherrschern wiederfinden könnten.

Einfluss von Robotik und Künstlicher Intelligenz

Besorgte Kritiker der neuen Technologie, die Menschen und Maschine verschmelzen kann, fürchten den Effekt auf menschliche Arbeitsplätze. Einer Umfrage des Pew Research Centers zufolge sind die Menschen eher besorgt als enthusiastisch, wenn sie an die Integration von Biologie und Technologie denken. Trotz der Sorgen kann man nicht leugnen, dass dieser technologischen Fortschritt unsere Gesundheit, Sicherheit und Wirtschaft auf verschiedene Weise verbessert hat. Durchbrüche in der nationalen Sicherheit haben zu einigen der modernsten Materialien der Chiptechnologie geführt. Während sich die technologische Grenze verschiebt, werden sich weitere Programme öffnen, und dies wird zu einer besseren Vereinigung mit Maschinen führen.